Meine Gedanken
Veröffentlicht in 19. April 2014 12 Kommentare
Meine Gedanken
drehen
wirbeln
kreisen
ununterbrochen
um dich
um uns
um mich
mit dir
oder
ohne dich
jetzt –
und dann
irgendwann?
Der Philosoph B…
Veröffentlicht in 16. April 2014 Ein Kommentar
„Der Philosoph Bernd Guggenberger warnt, Freiheit gedeihe nur in einer ‚fehlerfreundlichen‘ Umwelt. Nur wenn der Mensch auch Fehler machen darf, darf er frei sein – Mensch sein.“
Aus dem Geo 03/2012, S. 144 zum Thema Perfektionismus.
Die schwarzen Schuhe
Veröffentlicht in 13. April 2014 Hinterlasse einen Kommentar
Da stehen sie. Einfach so, da an der Strassenecke. Die Schuhe. Da, an der Wand, angelehnt. In der Schachtel. Schwarze Pumps. In einer weissen Schachtel. Warum nur? Das fragt sie sich schon die ganze Zeit. Sie kann sie genau sehen von ihrem Fenster aus, wie sie sich abheben, so ganz schwarz im Weiss der Schachtel. Drumherum nur das Dunkel der Nacht. Kein Mensch ist da, niemand, nichts. Da stehen sie, allein, fast wie ein Mahnmal. Aber wofür? Was macht das für einen Sinn? Sie überlegt sich verschiedene Szenarien. Wäre es möglich, dass sie dort vergessen wurden? Ja, vielleicht bei einem Umzug. Vielleicht hatte es jemand eilig. Aber warum hat dieser jemand dann alles andere mitgenommen und nur diese Schuhe vergessen? Möglicherweise gab es einen Streit. Möglicherweise ja gar nicht dort auf offener Strasse während des Umzugs, sondern bereits davor. Es könnte ja sein, dass sich ein Paar im Streit getrennt hat, und sie hat diese Schuhe in der Wohnung vergessen. Dann hat sie der Verlassene vielleicht einfach dort hingestellt. Weil sie so überstürzt los ist, und weil er sie noch liebt. Weil er es nicht über das Herz bringt, die Schuhe einfach wegzuwerfen, es aber zu sehr schmerzt, sie noch in der Wohnung zu haben. In der Hoffnung, sie kommt zurück. In der Hoffnung, sie sieht die Schuhe und versteht. Die schwarzen Pumps in der weissen Schachtel als Mahnmal für die Liebe. Mit Hoffnung beladen, dort abgestellt und einfach vergessen. Ob er sie auch schon vergessen hat? Läuft er nicht jeden Tag daran vorbei? Aber das ist doch grausam, denkt sie sich. Da muss man doch etwas tun, das hält doch niemand aus. Und so geht sie hinunter, rennt über die Strasse durch den Regen direkt auf die Schuhe zu. Es ist immer noch niemand zu sehen, und so beschliesst sie einfach, die Schuhe zu nehmen. Sie nimmt sie mit, und sie nimmt sich vor, sie in Ehren zu halten. Schliesslich sind sie ein Mahnmal für die Liebe. Plötzlich überkommt sie die Traurigkeit und unter die Tropfen des Regens mischen sich ihre Tränen. Sie weint um die Hoffnung, die in diesen Schuhen stecken. Langsam geht sie wieder zurück, und noch bevor sie wieder oben angekommen ist, kontrolliert sie, ob die Schuhe ihr passen. Genau ihre Grösse, das kann doch nicht sein, sie passen wie angegossen. Da stehen sie jetzt zusammen im dunklen Treppenhaus, die schwarzen Schuhe und sie. In der Hand hält sie die weisse Schachtel, die nass ist vom Regen und ihren Tränen. Und da fühlt sie plötzlich die Hoffnung in sich aufsteigen. Die Schachtel wird wieder trocknen, die Schuhe werden wieder laufen, und zusammen sind sie nicht mehr allein. Die Schuhe werden sie von jetzt an begleiten, und wer weiss, vielleicht findet sie ja darin endlich die Liebe.
Eine Nacht
Veröffentlicht in 12. April 2014 Hinterlasse einen Kommentar
Ein Zufall,
eine Nacht,
vielleicht mehr.
–
Ein Zufall,
eine Nacht,
der Abschied ist schwer.
–
Ein Zufall,
eine Nacht,
ich fühle mich leer.
–
Ein Zufall,
eine Nacht,
ich vermisse dich sehr.
Der Schmetterling
Veröffentlicht in 7. April 2014 Hinterlasse einen Kommentar

Der Schmetterling:
zerbrechlich,
zart und schön.
Als Raupe ungeliebt,
als Falter
gern gesehn.
Er zeigt uns
die Verwandlung auf,
die wir so gerne hätten.
Den schweren Körper
lässt er hinter sich,
wie wir‘s so gerne täten.
Er fliegt davon,
ist frei und leicht
und hält auf schönen Blüten.
Er regt uns so
zum Träumen an,
bis wir im Innern wüten.
Und endlich losziehn,
fort,
um unsren Durst zu stillen,
um dort
den Traum beim Schopf zu packen,
allein um unsretwillen.
Mensch sein
Veröffentlicht in 6. April 2014 2 Kommentare
Mensch sein,
Mensch bleiben,
ist heute
das Schwerste überhaupt.
–
Gefühle haben,
und sie auch zeigen,
ist leider
fast gar nicht mehr erlaubt.
–
In einer Gesellschaft,
in der Gewinn zählt,
man funktionieren muss,
die auf Maschinen baut.
–
Mensch sein,
Mensch bleiben,
wer das noch schafft,
hat eine dicke Haut.
–
Fast wie ein Elefant
kommt er daher,
so gross und stark
und mächtig,
–
bis er sie alle ruft:
„Kommt her und schaut!
Ich bin ein Mensch,
bin frei – und laut!“
–
Da kommen sie und sehen,
und es gefällt ihnen nicht.
Da schimpfen sie und gehen,
und verziehen ihr Gesicht.
–
Er war ihr Spiegel,
in einer anderen Gestalt.
Sie haben ihn nicht erkannt,
mit seiner dicken Haut.
–
Er bleibt zurück und zweifelt,
an allen und an sich,
bis er einen Spiegel findet,
in den ER gerne schaut.
–
Mensch sein,
Mensch bleiben,
ist heute
das Schwerste überhaupt.
Der Wellness-Tag
Veröffentlicht in 2. April 2014 Hinterlasse einen Kommentar
Sie schliesst die Augen und geniesst das Sprudelbad. Sie spürt, wie sie entspannt, es ist ein angenehmes Gefühl, sich im Wasser nahezu schwerelos zu fühlen. Die leichte Vibration der Luftblasen auf ihrem Körper tut das ihrige dazu. Gleichzeitig steigt ihr der Rosenduft in die Nase, der von den Rosenblättern im Wasser noch verstärkt wird. Einfach nur wundervoll, diese Ruhe. Das hat sie sich schon lange gewünscht, ein Tag nur für sich allein, an dem sie einfach nur tun und lassen kann, worauf sie Lust hat. Es sich einfach gut gehen lassen, wenigstens einmal nur an sich denken. In ihrer gewohnten Umgebung fällt ihr das schwer, aber hier, an diesem wunderbaren Platz, ist es irgendwie ganz leicht. Das ganze Hotel mit dem riesigen Wellnessbereich ist so eingerichtet, dass man sich einfach nur wohl fühlen kann. „Ist das vielleicht Feng Shui?“, überlegt sie sich. Aber egal, das spielt gar keine Rolle, darüber muss sie sich hier zum Glück ja keine Gedanken machen. Sie atmet tief ein, und da ist er wieder, dieser himmlische Rosenduft.
„Und, wie findest du es?“ Plötzlich schreckt sie aus ihren Gedanken auf. Vor ihr steht ihr Mann. Er sieht sie erwartungsvoll an und hält ihr einen riesigen Strauss Rosen hin. Ein kurzer Blick auf die Karte und den Gutschein in ihrer Hand genügt, und die Gegenwart hat sie wieder. „Vielen Dank, das ist das perfekte Geschenk“, ruft sie freudig, „ein Wellness-Tag nur für mich allein!“ Er grinst: „Ich dachte mir, dass du das dringend nötig hast, so hart wie du in letzter Zeit gearbeitet hast. Und stell dir vor, das Beste ist, dass du gar nicht allein gehen musst! Ich komme auch mit, stell dir vor!“


















