Hoffnung

Aus Erfahrung

wird man klug.

Hoffnung –

reiner Selbstbetrug!

Die Hoffnung

stirbt zuletzt.

Wieso?

Weil Realität verletzt.

Ich liebe dich

oder lieber doch

ich liebe mich?

Und – (vor allem)

liebst du nur dich

oder liebst du

vielleicht

doch lieber mich?

Hoffnung –

lass mich

(noch) nicht

im Stich!

Was wir wollen

dir geben

was du brauchst

will ich

mit dir teilen

was ich habe

will ich

mich geborgen

bei dir fühlen

will ich

das alles

mit ihr

willst du

zwei unerfüllte Träume

miteinander verbunden

in ihrer Einsamkeit

Wie es sein wird

IMG_0851„Denn wenn sie träumt, dann hat sie eine Ahnung davon, wie es sein wird. Sie kann das Gefühl erahnen, das in ihr ist, tief in ihr verborgen. Das Gefühl der Freiheit. Sie stellt sich vor, wie es ist, wenn sie den Regenwald sieht. Wenn sie in ihm badet. Wie es ist, wenn sie auf den Bergen der Welt steht, die Weite vor sich, die Frische des Windes in der Nase. Wie es ist, das Meer zu sehen, wie es ist, die Wellen zu spüren und das Salz zu schmecken.“

Auszug aus: Fernweh

Der Wendepunkt

Ich will mit aller Kraft hochspringen. Dafür meine ganze Energie sammeln und in den Sprung hineinlegen. Schwung holen, abspringen, hochsteigen. Höher und noch höher, bis ich nach der Sonne greifen kann. Dann: Der Moment in der Schwebe. Ich habe nun meine Grenze erreicht. Ich habe alles gegeben. Für diesen kurzen Moment kann ich die Schwerelosigkeit geniessen. Ich fühle mich frei und leicht – und spüre gleichzeitig, wie die Schwerkraft meinen Körper schon wieder erfasst hat. Dass sie mich zurückzieht. Noch nicht! Aber es ist schon zu spät. Doch das macht mir nichts aus, denn zum Glück habe ich im Laufe meines Lebens gelernt, weich zu landen. Ich weiss mittlerweile, welche Kräfte dabei wirken und federe alles gekonnt ab. Ich lande unbeschadet auf dem Boden und weiss: Ich habe es geschafft. Ich bin glücklich, denn meine Seele schwebt noch.

Einzigartig

IMG_4960

Sei frei

in dir das zu sehen,

was für andere

unsichtbar ist.

So zu leben,

wie andere

nicht leben könnten.

Einfach zu machen,

was für andere

unmöglich ist.

Und genau deshalb

so zu sein,

wie es andere

gerne wären.

Die Sicht auf die Welt

Der Tag ist gekommen, heute ist es also soweit. Schon oft hat er alles durchgespielt und ist alle Möglichkeiten durchgegangen. Er ist zum Schluss gekommen, dass es schon klappen wird. Rein objektiv gesehen ist die Wahrscheinlichkeit eines Problems verschwindend klein. Also wird schon nichts passieren. Davon ist er jetzt überzeugt, ja er ist sich sogar ganz sicher, dass er das heute machen will. Schon jetzt, während er auf dem Weg zum Flugplatz ist, freut er sich darauf, die Welt von oben sehen zu können und dabei diese unendliche Freiheit zu spüren. Sein Magen kribbelt und es fällt ihm schwer, sich auf den Verkehr zu konzentrieren. Das muss die Vorfreude sein, gemischt natürlich auch mit ein wenig Nervosität, denkt er sich. Seine Gedanken drehen sich sowieso seit Tagen nur noch darum, wie er alles vorbereitet, alles genau so macht, wie er es gelernt hat, sich den Fallschirm umschnallt, alles doppelt und dreifach kontrolliert, alles immer wieder durchgeht, bis er sicher ist, dass wirklich alles in Ordnung ist. Wie er dann in das Flugzeug einsteigt, dieses Gefühl beim Starten, wie er zuerst noch versucht seine Nervosität zu unterdrücken, dann nur noch zu überspielen, nur um irgendwie vielleicht doch noch ein bisschen entspannt zu wirken. Mir ist ein bisschen übel, denkt er, aber das geht schon, das ist normal. Er sieht die anderen vor sich, einige sind ganz ruhig und in sich gekehrt, anderen geht es wohl ähnlich wie ihm. Aber es lohnt sich, sagt er sich, einmal überwinden und dann siehst du die Welt endlich so, wie sie ist, nämlich klein und unwichtig. Dann kannst du Abstand gewinnen zu allem, das Fliegen geniessen und abschalten. Abschalten davon, ständig die Blicke im Rücken und die Last auf den Schultern zu spüren. Denn dann spürst du nur noch den Wind im Rücken und die Riemen des Rucksacks auf den Schultern. Er denkt, das muss die pure Freiheit sein, und es wird bestimmt nichts schief gehen, wenn du da oben bist, wenn du es geschafft hast dich zu überwinden, dann geht es dir gut, dann bist du frei. Nur noch einmal kurz anhalten und etwas frische Luft schnappen, nur kurz. Ihm ist jetzt richtig schlecht, und plötzlich ist er sich nicht mehr sicher. Er hat nun Angst. Es kann eben doch Vieles schief gehen, denkt er sich. Subjektiv gesehen ist eben trotzdem alles anders. Vor allem, wenn ein Traum die Sicht auf die Welt verändern könnte.

5 Minuten Freiheit

Der Wecker klingelt

Schlummertaste

Dösen

Blauer Himmel

Die Sonne scheint

Keine Termine

Frühstück auf dem Balkon

Die Wärme der Sonne im Gesicht

Den Liegestuhl holen

Ein eiskaltes Getränk

Sonnenbaden

Lesen

Dösen

Der Wecker klingelt wieder

Aufstehen

Ins Büro gehen

(Und dazwischen: Ich)

Es gibt Situationen, in denen man sich (oder vielleicht besser: die anderen) am liebsten auf den Mond beamen (eher schiessen, und zwar so, dass es weh tut) würde. Man sitzt am Freitagabend (eigentlich gemütlich) im Zug und die (20-jährigen, enges T-Shirt mit V-Ausschnitt tragenden und möchtegern männlichen) Sitznachbarn unterhalten sich (lautstark) über ihre Aufreisserpläne an der mega angesagten Party, bei der der berühmte DJ aus Deutschland ein (natürlich, wie konnte ich auch nur etwas anderes denken!) superguter Kollege ist, den der eine nur anrufen muss und dann können sie in den VIP-Bereich (ja, man kann es erahnen, er probiert nicht einmal anzurufen, zeigt aber dem anderen, dass er die Nummer wirklich hat und sagt, der DJ hätte ihm das hundertpro versprochen, das wäre gar kein Problem) und wer weiss, vielleicht müssen sie heute Nacht ja gar nicht mit dem Zug zurück nach Zürich (wohin auch sonst?), sondern können wieder (aha!!!) bei einer der geilen Tussis übernachten, von denen es dort so viele gibt (es folgen zahlreiche Namen, um die Glaubwürdigkeit zu unterstreichen). Was ebenfalls folgt: Eine Unterhaltung über die eine Exfreundin (naja, man könnte über diese Definition sicherlich diskutieren), mit der beide was hatten – am gleichen Abend versteht sich, und zwar hat sie sich der eine (logischerweise) gekrallt, während der andere (sicher stundenlang) im Bad war, um sich für den Clubbesuch zu stylen, damit er dort die nächste(n?) abstauben kann (was aber auch aus einem anderen Grund nötig war, nämlich weil er (versteht sich eigentlich auch von selbst, also Entschuldigung für die Doppelklammer, aber die Situation ist langsam verwirrend) noch Sex mit seiner Exfreundin hatte, bevor sein Freund gekommen ist). Und plötzlich, gerade noch rechtzeitig (das heisst: kurz bevor ich die beiden zumindest verbal auf den Mond geschossen hätte), dämmert es mir: Die beiden sind doch nur dabei, ihren Traum zu teilen! Und ich bin irgendwie dazwischen geraten (ganz zufällig und fast wie Leonardo in Inception), obwohl ich in ihrem Traum nun wirklich nichts zu suchen habe (weil ich nicht mal im Traum eine der geilen Tussis bin, von denen sie ja wirklich frei sind zu träumen, auch wenn es sie in der Realität gar nicht gibt). (Ah ja, und noch eine Anmerkung zum Schluss für die ganz Spitzfindigen: die doppelte Referenz von „sie“ im letzten Nebensatz ist (natürlich, wie könnte man auch nur etwas anderes denken!) beabsichtigt).

Sei frei…

Frei sein

… und lass dich zum Träumen inspirieren!

Ich wandle

Ich wandle

in einer Zeit,

in der Zeit alles

oder nichts ist.

Ich wandle

in einer Zeit,

in der Zeit Geld kostet

oder unbezahlbar ist.

Ich wandle

in einer Zeit,

in der ich nicht weiss,

wo mein Platz in der Zeit ist.

Ich wandle

irgendwo im Nichts,

zwischen den Zeiten,

überall und nirgends.

Wandeln –

ist das überhaupt

erlaubt

in dieser Zeit?