Die richtige Zeit
Veröffentlicht in 24. Juni 2014 Hinterlasse einen Kommentar
Zum Leiden und zum Lieben,
zum Lügen und zum Loben,
zum Lodern und zum Löschen,
zum Locken und zum Lassen,
zum Lenken und zum Lösen –
Es gibt für alles die richtige Zeit.
–
Denn es ist immer die richtige Zeit
zum Leben.
Doppeltes Glück
Veröffentlicht in 20. Juni 2014 Hinterlasse einen Kommentar

Manchmal muss man
einfach nur
genau hinsehen,
damit man
am Glück
nicht vorbeiläuft.
Und wenn man
dann endlich
das Glück
gefunden hat,
dann sollte man
besser
noch einmal
ganz genau hinsehen,
damit man erkennt,
ob sich
das eigene Glück
auf den zweiten Blick
sogar noch
verdoppelt.
Das trotzige Trotzdem
Veröffentlicht in 17. Juni 2014 6 Kommentare
Es ist ein Trotzdem!
Kein Vielleicht!
–
Ich mach‘ einfach weiter –
als wär es ganz leicht!
–
Ich stemm‘ mich dagegen!
Ich bäum‘ mich jetzt auf!
–
Ein trotziges Trotzdem –
Und diesmal klappt es!
–
Ganz sicher
vielleicht.
Freiheit mit Trauerflor
Veröffentlicht in 15. Juni 2014 Hinterlasse einen Kommentar

Juno Beach Normandie
Dazwischen
Veröffentlicht in 11. Juni 2014 Hinterlasse einen Kommentar
Ich sitze
zwischen den Stühlen
zweier Generationen
und fühle mich
als Kompromiss
der
irgendwo dazwischen
die scheinbaren Gegensätze
vereinen soll
–
Da frage ich:
Kann mir
irgendjemand
zeigen
wie der Spagat geht
damit ich
nicht bald
irgendwo dazwischen
hinunterfalle?
–
Weil aber
niemand
die Antwort kennt
falle ich
irgendwann
in das Dazwischen
und fühle mich
das erste Mal
frei
Gleichzeitig
Veröffentlicht in 11. Juni 2014 2 Kommentare
so ähnlich
so vertraut
gleichzeitig so weit weg
–
so natürlich
so unkompliziert
gleichzeitig so unerreichbar
–
so speziell
gleichzeitig normal
so unmöglich
Wolkengestalt
Veröffentlicht in 9. Juni 2014 3 Kommentare

Mit der Sonne im Rücken
und einem Lächeln im Gesicht
bäumt sie sich auf
und spendet freundlich Schatten.
Sommerwiese
Veröffentlicht in 6. Juni 2014 5 Kommentare

Auf der Sommerwiese
dort, unter dem Baum
hat es Platz zum Liegen
–
Auf der Sommerwiese
dort, unter dem Baum
herrscht Ruhe und Frieden
–
Auf der Sommerwiese
dort, unter dem Baum
kann man träumen und dösen
–
Auf der Sommerwiese
dort, unter dem Baum
werden sich die Schatten lösen
–
Auf der Sommerwiese
dort, unter dem Baum
leben lauter doofe Ungeziefer
–
Auf der Sommerwiese
dort, unter dem Baum
krabbeln sie, die blöden Viecher
–
Auf der Sommerwiese
dort, unter dem Baum
liegt deshalb kaum mal einer
–
Ja und warum auch?
Denn Zeit hat dafür
ja sowieso keiner
Vom Starten und Landen
Veröffentlicht in 3. Juni 2014 7 Kommentare
Jeden Tag sass er da und blickte sehnsüchtig den startenden Flugzeugen nach. Von dem kleinen Dreckhügel aus konnte er alles beobachten, und mittlerweile kannte er jeden Handgriff, der vor dem Start nötig war. Wenn er so da sass, waren alle seine Sinne geschärft, er nahm alles auf und speicherte jedes Detail. Wie wunderbar sich so ein Flugzeug anhörte. Ja, er liebte den Klang der Triebwerke. Wenn sie angelassen wurden, machte sein Herz jedes Mal einen Sprung. Mit seinem ganzen Körper konnte er die Energie spüren und sog sie in sich auf. Wie gerne sässe er selbst in einem der Flugzeuge. Von seinem Hügel aus hatte er das Gefühl, sie waren nur eine Armlänge von ihm entfernt. Eine Handbewegung, und er könnte nach dem Flugzeug greifen. Es fühlte sich fast so an, als wäre die Freiheit zum Greifen nah. Bei jedem Start stellte er sich vor, wie es an einem anderen Ort wäre. Zum Beispiel an einem Ort, wo die Kinder in die Schule gehen und Fussball spielen konnten. Wie es sich wohl anfühlte, mit einem richtigen Ball auf grünem Gras spielen zu können? Bei dem Gedanken griffen seine Hände in den Dreck unter ihm und ballten sich zu einer Faust. Dabei grub sich die Erde unter seine Fingernägel, bis es wehtat. Das war ihm jetzt gerade recht. Der körperliche Schmerz verdrängte wenigstens seine mittlerweile zu gross gewordene Sehnsucht für einen kurzen Moment. Er wusste, dass es nun an der Zeit war, um wieder nach Hause zu gehen. Er hatte für heute genug Flugzeuge starten gesehen. Mit jedem Flugzeug hatte er einen seiner Wünsche mitgeschickt, so lange, bis keine mehr übrig waren. Bis seine Träume nicht mehr abhoben, sondern auf dem Boden der Tatsachen landeten. Er sah auf seine dreckigen kleinen Hände, an denen die rote, lehmige Erde klebte. Sie war das einzige, was für ihn wirklich greifbar war. Die Freiheit hingegen, die war wieder unendlich weit weg gerückt. Er stand auf, wischte sich die Hände kurz an seinen schmutzigen Hosen ab und machte sich auf den Weg. Ohne sich noch einmal umzublicken, lief er davon. Er wusste ja, dass er morgen wieder da sein würde – noch bevor sich die ersten Sonnenstrahlen zeigten, aber die Farbe des Himmels schon erkennen liess, dass ein neuer Tag begann.
Die Farbe Grün
Veröffentlicht in 29. Mai 2014 6 Kommentare

„Also träumt sie. Und immer, wenn sie an das Reisen denkt, denkt sie an die Farbe Grün. Aber nicht an grün wie das Gras, sondern an das Grün des Meeres, des Dschungels. Dieses Blaugrün, das nach Ferne duftet. Dann kann sie den Wind im Gesicht spüren. Sie kann fühlen, wie das wäre, und das Fernweh schmerzt in der Seele, ohne dass sie diesen Schmerz lindern könnte. Denn auch das Träumen, so schön wie es ist, vergrössert ihn nur. Sie weiss, sie muss weg, fort, um nach Hause zu finden.“
aus: Fernweh















