Träumen

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Noch etwas unscharf

scheint der Mond

durch das tiefe Dunkel

des Schlafes

aber bald bin ich dort

hinter den Wolken

wo meine Träume

klar und hell

auf mich warten

Gefühle verstecken

Ich schrecke

davor zurück

zu meinen Gefühlen

zu stehen

damit ich

nicht Gefahr laufe

dass mein Gegenüber

vielleicht davor

zurückschreckt

nicht

zu seinen Gefühlen

zu stehen

denn das

hätte zur Folge

dass ich

vor nichts mehr

zurückschrecke

und Gefahr laufe

dass mein Gegenüber

vielleicht davor

zurückschreckt

weiter

zu seinen Gefühlen

zu stehen

Da schrecke ich

lieber zurück

und stehe dazu

Das Ende

Manchmal

geht ein Traum

von selbst zu Ende

noch bevor man

aufgewacht ist

Manchmal

begräbt man selbst

einen Traum

noch bevor man

eingeschlafen ist

Und obwohl sich

diese beiden Fälle

in ihrer Art

und Berechenbarkeit

stark unterscheiden

bleibt am Ende

für beide

die Trauer

um eine verpasste Chance

um ein verpasstes Glück

Leistungsdruck

Was ist gut?

Was gut genug?

Es geht immer mehr,

besser –

Batterien leer

Schreiben können

Ich könnte Schreiben

wenn ich nur Zeit dazu hätte

Ich könnte Schreiben

wenn ich wüsste worüber

Ich könnte Schreiben

wenn ich gerade inspiriert wäre

Ich könnte Schreiben

wenn sich meine Gedanken fassen liessen

Ich könnte Schreiben

wenn ich die Worte finden würde

Ja, wenn es so einfach wäre

könnte ich wirklich schreiben

Denn wäre nicht alles so einfach

wenn ich nur schreiben könnte?

Das Alleinsein

Das Alleinsein

hat viele Gesichter.

Manchmal macht es uns Angst.

Ja, manchmal ist es

die reinste Qual.

Manchmal fehlt es uns.

Dann ist es wie Balsam

auf unserer Seele.

Oft auch sind wir gar nicht allein,

doch es fühlt sich trotzdem so an.

Das ist die grausamste Art,

die uns zeigt,

dass wir besser allein wären.

Das Alleinsein

hat viele Gesichter.

Es liegt

allein

an uns

von welcher Seite

wir das Gesicht

im Spiegel betrachten.

Der Rahmen

graffiti rom

Alles ist möglich!

Das ist die Freiheit der Kunst.

Nur mit einer Einschränkung:

Die Kunst braucht einen Rahmen

 –

definiert und vorgegeben

durch die Gesellschaft,

die Kunst ohne Rahmen

nicht als Kunst wahrnimmt.

Der Kampf

Müde und verträumt

stemme ich mich jeden Tag

gegen das Leben da draussen

Ausserhalb meines Bettes

erscheint mir alles

wie ein grosser Kampf

Dabei bemerke ich gar nicht

dass auf meinen Schultern

schon längst ein Krieg tobt

Sonntagsmüdigkeit

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Manchmal, wenn sie Zeit hat und an einem faulen Sonntagnachmittag auf ihrem Sofa liegt, überkommt sie eine wohlige Müdigkeit. Dann kann sie sich einfach nicht mehr dagegen wehren, dass ihre schweren Augenlider zufallen. Ein angenehmes Gefühl breitet sich aus. Es ist, als ob sie gleichzeitig schweben und trotzdem mit ihrem ganzen Körper in den weichen Untergrund einsinken würde. Ein paar Mal blinzelt sie noch, doch dann wehrt sie sich nicht mehr dagegen und lässt alles fallen. Sie fühlt, wie sich ihr Geist im Raum ausdehnt und es kommt ihr vor, wie wenn die Realität von ihr weggeschoben und auf Abstand gehalten würde. So kann sich ihr Inneres nun endlich nach aussen kehren und sie ist bereit, in die Traumwelt einzutreten. Dabei empfindet sie keinerlei Angst, sondern ein völlig entspanntes Gefühl der Sicherheit – und mit diesem Gefühl taucht sie ein in die tiefe Dunkelheit des Schlafs.