Pusteblume!?

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Love is in the air

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Es braucht viel Mut

um hinauf zu klettern

in schwindelerregende Höhen

und die Liebe zu ergreifen

Es braucht viel Geschick

um die Liebe herunterzubringen

auf den Boden der Tatsachen

ohne dass sie dabei kaputt geht

Es braucht viel Stärke

um danach sein signalrotes Herz

offen zur Schau zu stellen

für alle auf der Strasse sichtbar

Aber es braucht nur eine einzige Person

die einem als Hilfe eine Leiter reicht

sie geduldig festhält und wartet

dann geht alles leichter

Aufwachen

Ein neuer Tag beginnt

aber die Nacht

mit ihren Träumen

endet

Man sieht der Realität

direkt ins Gesicht

egal ob es schön ist

oder nicht

Die Klarheit des Morgens

zeigt alles auf

der weichzeichnende Nebel

vertrieben

Aufwachen ist also

nur dann leicht

wenn die Realität dem Traum

entspricht

Das Gleiche gilt

übrigens auch

für das gemeinsame Aufwachen

zu zweit

Und zwar egal

ob gemeinsam aufwachen

die Realität ist

oder der Traum

Tür zum siebten Himmel

image231Bezeichnend:

Eine Tür ohne Türfalle –

dafür mit Guckloch.

Damit man von aussen sieht,

wohin man möchte

(ins Herz des anderen),

aber nicht rein kann,

wenn die Tür nicht

von innen aufgemacht wird,

weil dem, der drin sitzt,

die fremde Person gefällt,

die vor der Tür steht.

Selbsterfüllende Prophezeiung

Wir sehen nur,

was wir sehen wollen.

Vielleicht ist das aber

auch genau richtig so!

Denn: Sollten wir

nicht alle im Leben

einfach nur das bekommen,

was wir wollen?

Und heisst es deshalb

nicht auch,

dass alles immer

zwei Seiten hat?

Wenn wir also alle

anfangen die gute Seite sehen,

dann sehen alle das,

was sie wollen.

Dann erfüllt sich

die Prophezeiung selbst

und wir bekommen so,

was wir verdienen!

Camping

Camping.

Ein Wort.

Genauer gesagt: DAS eine Wort, mit dem er das Gefühl von Freiheit verband. Sobald er daran dachte, tauchten die Erinnerungen aus seiner Kindheit auf. Schöne Erinnerungen.

Ja, die Unbeschwertheit der vergangenen Tage. Lange war es her. Ob es sich auch heute immer noch so anfühlen würde wie damals? Er stellte sich gerne vor, dass es so wäre. Das war sein Traum. Wenn er einen Wunsch frei hätte, dann, dass er dieses Gefühl noch einmal erleben durfte.

Wie es war, wenn der warme Sommerregen gegen das Vorzelt des Wohnwagens prasselte, von dem aus er durch den Regen direkt auf das Seeufer sehen konnte. Er stellte sich dann vor, wie er seine Kleidung fein säuberlich auf dem weissen Plastikstuhl neben dem Tisch platzierte, auf dem er eben noch gesessen hatte, und wie er dann bereit stand vor dem Zeltausgang. Bereit, den Sprung zu wagen. Einfach hinauszurennen, geradeaus auf den See zu, wie er die grossen warmen Tropfen auf dem Körper spürte und wie er hineinrannte in das Wasser, das im Vergleich mit der bereits abgekühlten Luft geradezu lauwarm wirkte. Er stellte sich vor, wie lebendig er sich dabei fühlte, genauso wie damals als kleiner Junge, und wie er lauthals lachte, als ob das alles nie passiert wäre. Er würde rennen, bis es nicht mehr ging und er sich nur mit einem Kopfsprung davor retten konnte, dass er hinfiel und mit dem Bauch auf das Wasser klatschte. Ja, das wäre es: Einfach eintauchen, die Luft anhalten und sich mit aller Wucht wieder an die Wasseroberfläche stossen, auftauchen und nach Luft schnappen, während er sich das Wasser aus den Haaren schüttelte.

Wenn er dann zurückblicken würde zum Land, dorthin, wo der Wohnwagen stand, dann stellte er sich immer genau dieses Bild vor, das er jetzt vor sich hatte. Allerdings nicht real, sondern als Katalogbild aus einem Reisemagazin, das ihm die Schwester hier in der Reha einmal gebracht hatte. Es hatte ihm so gut gefallen, dass er sich das Bild herausgetrennt und so an die Zimmerwand gehängt hatte, dass er es immer im Blick hatte, wenn er im Bett lag.

Er wusste, was die Ärzte sagen würden, wenn er ihnen von seinem Traum erzählen würde. Deshalb behielt er ihn für sich. Sie dachten alle, dass er das Bild einfach schön fand, weil er Kindheitserinnerungen damit verband. Keiner wusste, dass es sein innerer Motor war, jeden Tag die ganze Prozedur über sich ergehen zu lassen, seine Motivation, nicht aufzugeben und immer weiterzumachen, bis er eines Tages sein Ziel erreicht hatte. Er wollte ein Teil des Bildes werden. Er wollte mit dem Bild verschmelzen, indem er den Platz des Fotografen einnehmen und ein imaginäres Foto schiessen würde – und zwar eines, das sich für immer in sein Gedächtnis brannte.

Camping.

Nicht einfach nur ein Wort.