Love is in the air
Veröffentlicht in 9. Juli 2014 12 Kommentare
Es braucht viel Mut
um hinauf zu klettern
in schwindelerregende Höhen
und die Liebe zu ergreifen
–
Es braucht viel Geschick
um die Liebe herunterzubringen
auf den Boden der Tatsachen
ohne dass sie dabei kaputt geht
–
Es braucht viel Stärke
um danach sein signalrotes Herz
offen zur Schau zu stellen
für alle auf der Strasse sichtbar
–
Aber es braucht nur eine einzige Person
die einem als Hilfe eine Leiter reicht
sie geduldig festhält und wartet
dann geht alles leichter
Aufwachen
Veröffentlicht in 6. Juli 2014 3 Kommentare
Ein neuer Tag beginnt
aber die Nacht
mit ihren Träumen
endet
–
Man sieht der Realität
direkt ins Gesicht
egal ob es schön ist
oder nicht
–
Die Klarheit des Morgens
zeigt alles auf
der weichzeichnende Nebel
vertrieben
–
Aufwachen ist also
nur dann leicht
wenn die Realität dem Traum
entspricht
–
Das Gleiche gilt
übrigens auch
für das gemeinsame Aufwachen
zu zweit
–
Und zwar egal
ob gemeinsam aufwachen
die Realität ist
oder der Traum
Tür zum siebten Himmel
Veröffentlicht in 4. Juli 2014 Ein Kommentar
Eine Tür ohne Türfalle –
dafür mit Guckloch.
Damit man von aussen sieht,
wohin man möchte
(ins Herz des anderen),
aber nicht rein kann,
wenn die Tür nicht
von innen aufgemacht wird,
weil dem, der drin sitzt,
die fremde Person gefällt,
die vor der Tür steht.
Selbsterfüllende Prophezeiung
Veröffentlicht in 2. Juli 2014 7 Kommentare
Wir sehen nur,
was wir sehen wollen.
Vielleicht ist das aber
auch genau richtig so!
–
Denn: Sollten wir
nicht alle im Leben
einfach nur das bekommen,
was wir wollen?
–
Und heisst es deshalb
nicht auch,
dass alles immer
zwei Seiten hat?
–
Wenn wir also alle
anfangen die gute Seite sehen,
dann sehen alle das,
was sie wollen.
–
Dann erfüllt sich
die Prophezeiung selbst
und wir bekommen so,
was wir verdienen!
Camping
Veröffentlicht in 26. Juni 2014 Hinterlasse einen Kommentar
Camping.
Ein Wort.
Genauer gesagt: DAS eine Wort, mit dem er das Gefühl von Freiheit verband. Sobald er daran dachte, tauchten die Erinnerungen aus seiner Kindheit auf. Schöne Erinnerungen.
Ja, die Unbeschwertheit der vergangenen Tage. Lange war es her. Ob es sich auch heute immer noch so anfühlen würde wie damals? Er stellte sich gerne vor, dass es so wäre. Das war sein Traum. Wenn er einen Wunsch frei hätte, dann, dass er dieses Gefühl noch einmal erleben durfte.
Wie es war, wenn der warme Sommerregen gegen das Vorzelt des Wohnwagens prasselte, von dem aus er durch den Regen direkt auf das Seeufer sehen konnte. Er stellte sich dann vor, wie er seine Kleidung fein säuberlich auf dem weissen Plastikstuhl neben dem Tisch platzierte, auf dem er eben noch gesessen hatte, und wie er dann bereit stand vor dem Zeltausgang. Bereit, den Sprung zu wagen. Einfach hinauszurennen, geradeaus auf den See zu, wie er die grossen warmen Tropfen auf dem Körper spürte und wie er hineinrannte in das Wasser, das im Vergleich mit der bereits abgekühlten Luft geradezu lauwarm wirkte. Er stellte sich vor, wie lebendig er sich dabei fühlte, genauso wie damals als kleiner Junge, und wie er lauthals lachte, als ob das alles nie passiert wäre. Er würde rennen, bis es nicht mehr ging und er sich nur mit einem Kopfsprung davor retten konnte, dass er hinfiel und mit dem Bauch auf das Wasser klatschte. Ja, das wäre es: Einfach eintauchen, die Luft anhalten und sich mit aller Wucht wieder an die Wasseroberfläche stossen, auftauchen und nach Luft schnappen, während er sich das Wasser aus den Haaren schüttelte.
Wenn er dann zurückblicken würde zum Land, dorthin, wo der Wohnwagen stand, dann stellte er sich immer genau dieses Bild vor, das er jetzt vor sich hatte. Allerdings nicht real, sondern als Katalogbild aus einem Reisemagazin, das ihm die Schwester hier in der Reha einmal gebracht hatte. Es hatte ihm so gut gefallen, dass er sich das Bild herausgetrennt und so an die Zimmerwand gehängt hatte, dass er es immer im Blick hatte, wenn er im Bett lag.
Er wusste, was die Ärzte sagen würden, wenn er ihnen von seinem Traum erzählen würde. Deshalb behielt er ihn für sich. Sie dachten alle, dass er das Bild einfach schön fand, weil er Kindheitserinnerungen damit verband. Keiner wusste, dass es sein innerer Motor war, jeden Tag die ganze Prozedur über sich ergehen zu lassen, seine Motivation, nicht aufzugeben und immer weiterzumachen, bis er eines Tages sein Ziel erreicht hatte. Er wollte ein Teil des Bildes werden. Er wollte mit dem Bild verschmelzen, indem er den Platz des Fotografen einnehmen und ein imaginäres Foto schiessen würde – und zwar eines, das sich für immer in sein Gedächtnis brannte.
Camping.
Nicht einfach nur ein Wort.






















