Liebesbeweis (?)

Wenn Distanz

die einzige Nähe

zu dir ist

die ich ertrage

dann heisst das

dass du mir

wirklich

viel bedeutest

Warum

verstehst du

das

denn nicht?

Der Weg zur Freiheit

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Manchmal führt der Weg

über einen engen Steg,

der streng begrenzt ist

und strikt geradeaus geht.

Diese Grenzen des Seins

sind leichter zu überstehen,

wenn das Ziel schon

in Sichtweite ist.

Dann können wir auch

der Versuchung widerstehen

nur mal kurz den Weg

zu verlassen.

Weil der Sand unter den Füssen

nur dann richtig frei macht,

wenn auch das Meer

die Zehen umspült.

Tränen

Tränen sind kostbar

Tränen sind schwer

Tränen befreien

bewegen uns sehr

Sie stehen für Trauer

und für Vieles mehr

Tränen sind bitter

doch erleichtern noch mehr

So leicht gehts nun weiter

was anfangs noch leer

füllt sich nun mit Weisheit

komm Leben, komm her!

Deine Worte

Heute Morgen war ich

abgeschlagen

müde

schlapp

Dann warst du da

positiv

offen

ehrlich

und einfach nur

mit deinen Worten

schenkst du mir

eine Freude

Genau so

(und ohne es zu wissen)

hast du

es geschafft

dass mein Inneres

jetzt

deinen Worten

gerecht wird

Denn deine Freude

strahlt jetzt

in mir

und aus mir

immer mehr

Ich wollte

immer mehr.

Und jetzt?

Jetzt fühle

ich mich leer.

Und dann?

Dann wünsche

ich mich weg.

Bis wann?

Bis gestern

endlich

gestern ist

und heute

ein anderer Tag.

Bis dann!

Der Fotorahmen

Wie lange stand er jetzt schon da und blickte auf das Foto, das auf dem Kaminsims stand? Schöne Erinnerungen kamen in ihm hoch. Erinnerungen, die schon lange hinter ihm lagen, ihm aber am heutigen Tag vorkamen, als wäre es erst gestern gewesen.

Das Foto zeigte ihn, umgeben von seinen Liebsten, seiner Familie. Wie alt waren seine Söhne damals gewesen? Vielleicht so acht, neun Jahre alt? Ja, das würde wohl in etwa hinkommen. Sie hatten an dem Tag ihren zehnten Hochzeitstag gefeiert. An dem Tag war sein Leben perfekt gewesen. Und dieser perfekte Tag passte ebenso perfekt in den silbrigen Fotorahmen, der ihm noch den gebührenden Glanz gab.

Der Rahmen war edel und aus echtem Silber, kam aber ganz ohne Schnörkel aus. Es war genau die Art von Rahmen, der zu seinem Leben passte: Nicht zu breit (er hatte darauf geachtet, dass er dem Foto nicht zu viel Platz wegnahm, aber gerade noch so teuer aussah, damit er den Wert des Bildes repräsentieren konnte) und nicht zu gross (denn auch das war ihm wichtig gewesen, er sollte nicht zu protzig und angeberisch wirken, aber trotzdem so, dass das Bild jedem sofort auffiel, der das Zimmer betrat).

Genau deshalb polierte er den Rahmen auch nach all den Jahren noch jede Woche. Er wollte, dass nichts von dem Glanz verblasste. In diesem Punkt war er abergläubisch. Warum wusste er selbst auch nicht genau, aber dennoch hatte er von Anfang an das Gefühl gehabt, dass dieser Rahmen sein perfektes Leben nicht nur umrahmte, sondern auch in gewisser Weise dafür verantwortlich war, dass sein Leben überhaupt so perfekt war und blieb.

Ja, genau so stellte er es sich vor. So könnte es vielleicht irgendwann mal sein, wenn er auf sein Leben zurückblickte. Er sollte den Fotorahmen wirklich kaufen, auch wenn er nicht gerade billig war. Das wäre zumindest mal ein Anfang.

Ungleiche Meinungen

Es ist

nicht alltäglich,

und trotzdem

normal.

Es ist

sehr speziell,

und trotzdem

banal.

Es ist

nichts für dich,

und trotzdem

alles für mich.

Änderung

ist nicht

in Sicht.

Träumen

image

Noch etwas unscharf

scheint der Mond

durch das tiefe Dunkel

des Schlafes

aber bald bin ich dort

hinter den Wolken

wo meine Träume

klar und hell

auf mich warten

Gefühle verstecken

Ich schrecke

davor zurück

zu meinen Gefühlen

zu stehen

damit ich

nicht Gefahr laufe

dass mein Gegenüber

vielleicht davor

zurückschreckt

nicht

zu seinen Gefühlen

zu stehen

denn das

hätte zur Folge

dass ich

vor nichts mehr

zurückschrecke

und Gefahr laufe

dass mein Gegenüber

vielleicht davor

zurückschreckt

weiter

zu seinen Gefühlen

zu stehen

Da schrecke ich

lieber zurück

und stehe dazu

Das Ende

Manchmal

geht ein Traum

von selbst zu Ende

noch bevor man

aufgewacht ist

Manchmal

begräbt man selbst

einen Traum

noch bevor man

eingeschlafen ist

Und obwohl sich

diese beiden Fälle

in ihrer Art

und Berechenbarkeit

stark unterscheiden

bleibt am Ende

für beide

die Trauer

um eine verpasste Chance

um ein verpasstes Glück