Harte Steine
Veröffentlicht in 16. November 2014 3 Kommentare
Wer aufmerksam
durchs Leben geht
und genau hinsieht
der kann sogar
bei den härtesten Steinen
ein Herz erkennen.
Lesen
Veröffentlicht in 14. November 2014 11 Kommentare
Lesend
der Welt entschwinden
und der Realität
den Rücken zukehren
–
lesend
für eine kurze Zeit
alle eigenen Gefühle
hinter sich lassen
–
um lesend
–
in eine neue Welt
einzutauchen
und neue Gefühle
zu entdecken
–
Damit man
danach
mit neuen Erfahrungen
und erweitertem Horizont
–
sich gestärkt wieder
der Realität
und seinen Gefühlen
stellen kann
November-Tristesse
Veröffentlicht in 12. November 2014 10 Kommentare
die triste Landschaft
nur noch verschwommen
hinter der Scheibe
mit den Regentropfen
abzeichnet
und sich die Tränen
unauffällig
und fast wie von selbst
darunter mischen,
ist es wichtig zu wissen,
dass alles vorbeigeht:
Die Landschaft,
der Regen
und auch
deine Tränen.
Frei sein…
Veröffentlicht in 9. November 2014 7 Kommentare
… am schönsten Ort der Welt: Oceanside, Oregon
Ja, nein, vielleicht
Veröffentlicht in 5. November 2014 2 Kommentare
Ja, nein, vielleicht –
Zweifel überall,
nichts ist einfach leicht.
–
Ja, nein, vielleicht –
Kann, könnte, würde
es wenn dann einfach sein?
–
Wenn dann alles
überhaupt und sowieso
irgendwie doch anders wäre?
–
Die Antwort kennt nur er,
und leise sagt der Zweifel:
Ja, nein, vielleicht.
Warten
Veröffentlicht in 5. November 2014 6 Kommentare
Warten, warten…
geduldig sein –
Was soll ich denn sonst machen?
–
Warten, warten…
warten auf die Geduld –
Ich warte wohl zu schnell.
–
Warten, warten…
worauf schon wieder? –
Ich habe die Geduld verloren.
–
Warten, warten…
wozu eigentlich warten? –
Ich warte schon zu lange ungeduldig.
–
Warten, warten…
damit höre ich jetzt auf –
und fange endlich an.
Bis sie fast platzte
Veröffentlicht in 31. Oktober 2014 3 Kommentare
Sie sass da. Fühlte sich unwohl. Starrte vor sich hin. Um sie herum wurde diskutiert und ihr war es peinlich. Da war er wieder, der Fremdschämmoment. Sie spürte, wie sie unruhig wurde, und sie wusste nicht, was schwerer auszuhalten war: Diese sinnlose Diskussion oder die Wut, die in ihr aufstieg und nicht aus ihr heraus konnte. Denn sie wusste genau, wenn sie etwas sagen würde, wenn sie ihre Meinung kundtun würde, dann würde das alles nur noch schlimmer machen. Das würde die Diskussion nur noch mehr anheizen.
Ihren Emotionen Luft machen, das war einfach keine Option, denn wenn sie etwas um alles in der Welt vermeiden wollte, dann, dass noch länger als nötig diskutiert wurde. Warum konnten es die anderen ihr nicht einfach gleich tun? Warum mussten sie immer und immer wieder ein Argument an das andere reihen? Konnten nicht einfach alle einfach mal ruhig sein? Spürten sie denn nicht, wie lächerlich das alles war? Wie lächerlich sie sich selber machten? Mit ihren verletzten Egos, die sie alle aufplusterten, bis sie fast platzten.
Wenn nicht gleich alle aufhören würden, dann wusste sie, dass sie es nicht mehr aushalten würde. Jetzt hatte sie Angst zu platzen. Sie schloss die Augen, hielt die Luft an und startete ihren verzweifelten Versuch, sich selbst in Luft aufzulösen. Ihr Kopf fühlte sich jetzt an wie ein riesengrosser Ballon, und alle um sie herum reichten ihn weiter, pusteten immer mehr Luft hinein, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass bald keine Luft mehr reinpasste, weil ihr Kopf sonst platzen würde.
Da öffnete sie die Augen. Stand auf und ging hinaus. Ohne ein Wort zu sagen und ohne sich umzublicken schloss sie die Tür.
Sie lief auf direktem Weg nach Hause. Schloss die Tür auf, warf ihre Tasche und die Jacke auf den Boden. In der Küche angekommen, öffnete sie die oberste Schulblade der Kommode und nahm einen der roten Ballone heraus, die seit der letzten Party dort lagen. Sie trat hinaus auf den Balkon und fing an, ihn aufzublasen, erst zaghaft, doch dann immer vehementer, bis sie das Gefühl hatte, dass er beim nächsten Luftstoss platzen würde.
Sie setzte den Ballon ein letztes Mal an ihren Mund und stellte sich ganz zuvorderst an das Balkongeländer. Ein letztes Mal noch holte sie Luft, bevor sie den Ballon losliess. Dieser zischte los und flog mit einem furzenden Geräusch in lustigen Bewegungen durch die Luft. Und sie stand da. Fühlte sich wohl. Sah dem Ballon hinterher, pustete ihm noch einmal nach und lachte.


























