Harte Steine

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Wer aufmerksam

durchs Leben geht

und genau hinsieht

der kann sogar

bei den härtesten Steinen

ein Herz erkennen.

Lesen

Lesend

der Welt entschwinden

und der Realität

den Rücken zukehren

lesend

für eine kurze Zeit

alle eigenen Gefühle

hinter sich lassen

um lesend

in eine neue Welt

einzutauchen

und neue Gefühle

zu entdecken

Damit man

danach

mit neuen Erfahrungen

und erweitertem Horizont

sich gestärkt wieder

der Realität

und seinen Gefühlen

stellen kann

November-Tristesse

IMG_6841Wenn sich

die triste Landschaft

nur noch verschwommen

hinter der Scheibe

mit den Regentropfen

abzeichnet

und sich die Tränen

unauffällig

und fast wie von selbst

darunter mischen,

ist es wichtig zu wissen,

dass alles vorbeigeht:

Die Landschaft,

der Regen

und auch

deine Tränen.

Frei sein…

… am schönsten Ort der Welt: Oceanside, Oregon

Melancholie

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Ja, nein, vielleicht

Ja, nein, vielleicht –

Zweifel überall,

nichts ist einfach leicht.

Ja, nein, vielleicht –

Kann, könnte, würde

es wenn dann einfach sein?

Wenn dann alles

überhaupt und sowieso

irgendwie doch anders wäre?

Die Antwort kennt nur er,

und leise sagt der Zweifel:

Ja, nein, vielleicht.

Warten

Warten, warten…

geduldig sein –

Was soll ich denn sonst machen?

Warten, warten…

warten auf die Geduld –

Ich warte wohl zu schnell.

Warten, warten…

worauf schon wieder? –

Ich habe die Geduld verloren.

Warten, warten…

wozu eigentlich warten? –

Ich warte schon zu lange ungeduldig.

Warten, warten…

damit höre ich jetzt auf –

und fange endlich an.

Entschleunigung

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Bis sie fast platzte

Sie sass da. Fühlte sich unwohl. Starrte vor sich hin. Um sie herum wurde diskutiert und ihr war es peinlich. Da war er wieder, der Fremdschämmoment. Sie spürte, wie sie unruhig wurde, und sie wusste nicht, was schwerer auszuhalten war: Diese sinnlose Diskussion oder die Wut, die in ihr aufstieg und nicht aus ihr heraus konnte. Denn sie wusste genau, wenn sie etwas sagen würde, wenn sie ihre Meinung kundtun würde, dann würde das alles nur noch schlimmer machen. Das würde die Diskussion nur noch mehr anheizen.

Ihren Emotionen Luft machen, das war einfach keine Option, denn wenn sie etwas um alles in der Welt vermeiden wollte, dann, dass noch länger als nötig diskutiert wurde. Warum konnten es die anderen ihr nicht einfach gleich tun? Warum mussten sie immer und immer wieder ein Argument an das andere reihen? Konnten nicht einfach alle einfach mal ruhig sein? Spürten sie denn nicht, wie lächerlich das alles war? Wie lächerlich sie sich selber machten? Mit ihren verletzten Egos, die sie alle aufplusterten, bis sie fast platzten.

Wenn nicht gleich alle aufhören würden, dann wusste sie, dass sie es nicht mehr aushalten würde. Jetzt hatte sie Angst zu platzen. Sie schloss die Augen, hielt die Luft an und startete ihren verzweifelten Versuch, sich selbst in Luft aufzulösen. Ihr Kopf fühlte sich jetzt an wie ein riesengrosser Ballon, und alle um sie herum reichten ihn weiter, pusteten immer mehr Luft hinein, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass bald keine Luft mehr reinpasste, weil ihr Kopf sonst platzen würde.

Da öffnete sie die Augen. Stand auf und ging hinaus. Ohne ein Wort zu sagen und ohne sich umzublicken schloss sie die Tür.

Sie lief auf direktem Weg nach Hause. Schloss die Tür auf, warf ihre Tasche und die Jacke auf den Boden. In der Küche angekommen, öffnete sie die oberste Schulblade der Kommode und nahm einen der roten Ballone heraus, die seit der letzten Party dort lagen. Sie trat hinaus auf den Balkon und fing an, ihn aufzublasen, erst zaghaft, doch dann immer vehementer, bis sie das Gefühl hatte, dass er beim nächsten Luftstoss platzen würde.

Sie setzte den Ballon ein letztes Mal an ihren Mund und stellte sich ganz zuvorderst an das Balkongeländer. Ein letztes Mal noch holte sie Luft, bevor sie den Ballon losliess. Dieser zischte los und flog mit einem furzenden Geräusch in lustigen Bewegungen durch die Luft. Und sie stand da. Fühlte sich wohl. Sah dem Ballon hinterher, pustete ihm noch einmal nach und lachte.

Sternstunde

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