(Unklärbare Fragen)
Veröffentlicht in 2. Januar 2019 Hinterlasse einen Kommentar
Wie froh ich bin
dass ich das alles
(was alles?)
in mir habe
–
Ich wünschte dabei nur
du könntest sehen
was ich sehe
(was denn?)
–
wie froh du dann wärst
dass du das alles
(was alles?)
auch in dir hast
–
und das würde mich
erst wirklich
froh machen
(warum?)
Mein Schweigen
Veröffentlicht in 8. November 2018 Hinterlasse einen Kommentar
Mein Schweigen ist oft
kein Fehlen von Worten
sondern
das Vorhandensein von Gedanken
meinen eigenen und deinen
–
Ich schweige also oft
nicht weil ich dir nichts zu sagen hätte
sondern
aus Respekt vor den Gedanken
meinen eigenen und deinen
Wechselwirkung
Veröffentlicht in 27. August 2018 Hinterlasse einen Kommentar
Weil du da bist
weil du dich mir stellst
weil du so viel gibst
und weil du die Liebe schätzt
–
bin ich da
stelle ich mich
kann ich wieder geben
und die Liebe schätzen
Wie wertvoll du bist
Veröffentlicht in 27. März 2018 Hinterlasse einen Kommentar
Wie kann ich
dir nur zeigen
wie wertvoll du bist?
–
Der beste Gradmesser dafür
wäre wohl
das Glück in meinem Herzen
–
jedes Mal am Telefon
beim Klang deiner Stimme
wenn ich dich lächeln höre.
–
Doch das würde
jedes Messgerät
zum Platzen bringen.
–
Wie kann ich
dir das also zeigen
wenn nicht
–
so?
Land in Sicht
Veröffentlicht in 1. November 2017 Hinterlasse einen Kommentar

Da drüben sieht es aus,
als könnte sie
dort glücklich sein.
Doch dazwischen
spiegeln sich
ihre Träume und die Angst
um die Wette.
Fliegen
kann sie nicht
und Schwimmen
ist viel zu unsicher.
Schade.
Käme es ihr doch nur
in den Sinn
einfach
drumherum zu gehen.
Ein geschützter Raum
Veröffentlicht in 4. Juli 2017 Hinterlasse einen Kommentar
Sie steht auf dem Balkon ihrer Ferienwohnung und blickt zum Himmel, wo sich die ersten Wolken ansammeln, spürt, wie sich der warme Wind seinen Weg um ihren aufgeheizten und verschwitzten Körper bahnt und dabei über ihre feinen Härchen auf den Armen streift. Obwohl der Wind keine Abkühlung bringt, so bringt er doch eine kleine Linderung, indem er die stumme Nachricht des Kommenden mit sich trägt. Rauschend erzählt er von den Wolken und ihrer langen Reise, die sie müde und schlapp gemacht haben.
Von ihrem Platz an der Sonne aus beobachtet sie scheinbar unberührt die Wolken, die immer dichter und dunkler werden, schaut auf die Gräser und Bäume, die sich dem immer stärker tobenden Wind neigen, zuerst nur in eine Richtung, später in unvorhersehbarem Wechsel von allen Seiten. Sie wissen, dass es sich nicht lohnt Widerstand zu leisten, und geben sachte nach, in der Hoffnung, dass der Sturm Erbarmen hat und ihr Nachgeben als Schutz ausreicht. Sie selbst hingegen will bis zum letzten Moment ausharren und die Erfrischung mit offenen Armen willkommen heissen.
Mittlerweile hat sich die Luft abgekühlt und ist vom heissen Schwirren übergegangen in ein kühles Fliessen. Bald wird sie die aufgestaute Feuchtigkeit des ganzen Tages abstossen, bald wird die Last zu schwer werden, bald werden sich die Wolken auswinden wie ein nasser Waschlappen.
Der Himmel ist schwarz geworden und sie kann weit entfernt schon die ersten Blitze sehen, hört bereits das dumpfe Grummeln, das erzählt von dem, was kommen wird, und auch der Wind überbringt seine Nachricht immer drängender.
Noch sind die ersten Tropfen nicht da, bis dahin will sie noch warten, bis dahin stemmt sie sich gegen den Sturm, der nun keine Lust mehr hat, sich den Weg um ihren Körper zu bahnen, er will nun keine Rücksicht mehr nehmen auf sie, die sich nicht beugt, die trotzig stehenbleibt. Und während die Blitze immer näher kommen, sich das Grummeln in ein wütendes Donnern verwandelt und die Gräser und Bäume sich immer weiter beugen, fühlt sie endlich die grossen, warmen Tropfen. Die Vorboten des tobenden, prasselnden Gewitterregens.
Jetzt weiss sie, dass sie nur noch kurz ausharren kann und streckt ihr Gesicht gegen den Himmel, schliesst die Augen, spürt die Tropfen und den Wind, der mittlerweile kalt geworden ist und ihr die Haare um das Gesicht peitscht. Nun aber los, denkt sie, und gerade noch rechtzeitig streckt sie ihre Hand nach dem rettenden Türgriff aus, huscht ins Innere und schafft es nur noch unter grosser Anstrengung, die Tür gegen den Widerstand des Sturmes zu schliessen.
Schon vorher hatte sie sich ein Handtuch bereit gelegt, mit dem sie sich jetzt das Gesicht abwischt und durch die Haare rubbelt. Wie erfrischt sie sich jetzt fühlt! Die ganze Hitze und ihre Müdigkeit haben sich von ihr gelöst, der Sturm hat alles mitgenommen, mit hinauf zu den Wolken, wo sich nun alles entlädt im Gewitterregen. Dem Regen, der jetzt zusammen mit dem Sturm wütet und gegen ihre Balkonverglasung schlägt, als ob er ihr folgen möchte, weil er es nicht akzeptieren kann, dass sie ihm entronnen ist.
Sie hingegen wusste von Anfang an, dass sie sich nicht beugen muss. Sie wusste von der Fluchtmöglichkeit in ihren geschützten Raum, wo ihr der Sturm nichts anhaben kann, obwohl sie immer noch mittendrin steht. Zufrieden blickt sie jetzt hinaus, beobachtet das Treiben des Gewitters, lauscht dem langsam ruhiger werdenden Prasseln des Regens gegen das Glas und fühlt sich so lebendig wie schon lange nicht mehr.


















